Häufig gestellte Fragen

Was sind die gegen den Adel vom egalitären Geist der Französischen Revolution geprägten Einwände? (Seiten 32 – 33)
Adel, Eliten – warum ist in diesem Buche nur von ihnen die Rede? Dieser Einwand liegt sicher dem egalitären Leser auf der Zunge, dessen Vorstellungswelt ipso facto gegen das Adelige gerichtet ist.

Die heutige Gesellschaft steckt voller bewußt oder unbewußt aufgenommener Vorurteile radikal egalitärer Natur. Wir stoßen auf diese selbst in Kreisen, von denen man vollkommene Einmütigkeit in entgegengesetztem Sinne erwarten sollte. Das gilt zum Beispiel für Geistliche, die voller Begeisterung das revolutionäre Dreigestirn Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit vertreten und ganz vergessen, daß es einst in einem der katholischen Lehre geradezu entgegengesetzten Sinne gebraucht wurde.

Wenn derlei egalitäre Mißtöne selbst in gewissen kirchlichen Kreisen zu hören sind, ist es nicht weiter verwunderlich, daß sie auch inmitten von Adeligen oder Mitgliedern anderer traditioneller Eliten vorgebracht werden. Angesichts der vor kurzem über die Bühne gegangenen Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution rufen diese Gedanken sogleich die Erinnerung an den Herzog von Orlèans, Philippe Égalité, den adeligen Revolutionär schlechthin, hervor. Sein Beispiel hat immer weiter in manchem illustren Geschlecht Nachahmer gefunden.

Als Papst Leo XIII. 1891 die berühmte Enzyklika Rerum Novarum über die Lage in der Welt der Arbeit veröffentlichte, erhoben sich in gewissen kapitalistischen Kreisen Stimmen, die darauf hinwiesen, daß es sich bei Kapital und Arbeit um spezifisch wirtschaftliche Fragen handle, die den römischen Papst nichts angingen. Die Enzyklika bedeute daher eine unzulässige Einmischung in fremde Angelegenheiten ....

So wird es sicher auch Leser geben, die fragen werden, was denn der Papst mit Adel und Eliten, seien diese nun traditioneller Natur oder nicht, zu tun habe. Allein schon ihr Überleben in unserer von Grund auf veränderten Zeit dürfte wohl in ihren Augen lediglich als ein archaisches, unnützes Relikt aus einer feudalen Welt erscheinen. Aus dieser Sicht wären der Adel und die Eliten von heute nichts als ein Punkt der Fixierung oder gar der Ausstrahlung einer Weise des Denkens, Fühlens und Handelns, die dem Menschen von heute nicht zusage und die er nicht einmal mehr verstehe. Die wenigen, die noch Wert auf so etwas legten, täten dies unter dem Einfluß rein ästhetischer oder lyrischer Gefühlsanwandlungen. Und diejenigen, die sich als Teilhaber herausgehoben fühlten, seien lediglich Opfer von Gefühlen des Stolzes und der Eitelkeit. Und diese Art von Lesern wird wohl auch denken, daß nichts den unerbittlichen Lauf der Geschichte daran hindern werde, diese überalterten Relikte vom Gesicht der Erde hinwegzufegen. Und wenn Papst Pius XII. den so verstandenen Lauf der Geschichte schon nicht unterstützt habe, hätte er ihm doch wenigstens keine Hindernisse in den Weg stellen sollen.

In welcher Absicht hat sich denn nun Papst Pius XII. zu diesem Thema so ausführlich und auf eine Art und Weise geäußert, die offensichtlich gegenrevolutionären Geistern wie dem Verfasser dieses Textes zusagt, der hier seine Lehren zu dem Thema zusammengetragen und kommentiert hat und sie nun an die Öffentlichkeit bringt? Wäre es nicht besser gewesen, der Papst hätte dazu geschwiegen?

Die Antwort auf diese egalitären, vom 1789er-Geist geprägten Einwände ist denkbar einfach. Wer sie kennenlernen will, hört sie am besten aus dem befugten Munde dieses Papstes selbst. Ohne lange Umschweife weist er, wie wir noch näher sehen werden, in seinen Ansprachen an das Patriziat und an den Adel von Rom auf den tiefen sittlichen Sinn seiner Äußerungen zu diesem Thema hin. Ebenso hebt er die legitime Rolle des Adels in einer auf Naturrecht und Offenbarung fußenden Soziallehre hervor. Gleichzeitig verweist er auf all den Seelenreichtum, der in der christlichen Vergangenheit den Adel ausgezeichnet hat, und versichert, daß dieser weiterhin als Bewahrer der Werte und des Seelenreichtums anzusehen sei. Dem Adel stehe außerdem die hohe Aufgabe zu, Werte und Seelenreichtum in der heutigen Welt zu betonen und zu verbreiten, auch wenn die verheerenden Auswirkungen ideologischer Revolutionen zweier Weltkriege und sozialökonomischer Krisen viele Adelige in concreto in bescheidene Verhältnisse gebracht hätten. Diesen ruft der Papst an mehreren Stellen die ehrenhafte Ähnlichkeit mit dem Schicksal des heiligen Josef, des Fürsten aus dem Hause Davids, in Erinnerung: Auch er habe als bescheidener Zimmermann immerhin dem fleischgewordenen Worte als gesetzlicher Vater und der Königin aller Engel und Heiligen als keuscher Gatte gedient.

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5. Vgl. Kap. III, 3 und 4, sowie wichtige Auszüge aus der päpstlichen Dokumentensammlung zu diesem Thema im Anhang II.
6. Vgl. Kap. I, 6.
7. Vgl. Kap. IV, 8; Kap. V, 6.
Wie entstehen Eliten selbst in Ländern ohne monarchistische oder aristokratische Vergangenheit? (Seiten 75 -76)
Die Entstehung traditioneller Eliten mit aristokratischem Grundton ist als eine zutiefst natürliche Entwicklung anzusehen und daher selbst in Ländern ohne monarchistische oder aristokratische Vergangenheit festzustellen: “Wir haben .... gezeigt, wie auch in den Demo­kratien jüngsten Datums, die noch keine Spur einer feudalen Vergangenheit aufweisen können, sich kraft der Verhältnisse eine neue Art von Adel oder Aristokratie herausgebildet hat. Sie besteht in der Gemeinschaft jener Familien, die überlieferungs­gemäß alle ihre Energien in den Dienst des Staates, seiner Regierung und seiner Verwaltung stellen und mit deren Treue er in jedem Augenblicke rechnen kann.”

Diese treffliche Definition dessen, was das Wesen des Adels ausmacht, erinnert an die großen Geschlechter der Kolonisatoren, Pioniere und Pflanzer, die Jahrhunderte lang die Grundlagen für den Fortschritt des amerikanischen Kontinents schufen und mit dem treuen Festhalten an ihren Traditionen einen wertvollen moralischen Reichtum der Gesellschaft bilden, in der sie leben.

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8. Ansprache an das Patriziat und an den Adel von Rom, 1947, S. 370f.
Wie komme ich zu allen Geschichten?
Ja, klicken Sie einfach auf den Titel irgendeiner Kurzgeschichte, dann am Ende der Geschichte auf das Kurzgeschichten-tag. Daraufhin erscheinen die Titel aller Geschichten.
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Wie wichtig ist die Vererbung in den traditionellen Eliten? (Seite 76)
Es muß an dieser Stelle vor allem auf einen mit dem Bestehen traditioneller Eliten verbundenen, naturgegebenen Faktor hingewiesen werden: auf die Erblichkeit. “Das Erbe ist eine großartige und geheimnisvolle Sache. Es bedeutet, daß in einem Geschlecht über Generationen hinweg, ein reicher Schatz materieller und geistiger Güter weitergegeben wird. Daß das gleiche äußere Erscheinungsbild und die gleiche moralische Haltung vom Vater auf den Sohn übergeht. Jedoch ist es möglich, daß die Tradition, welche die Mitglieder eines Geschlechtes über Jahrhunderte hinweg verbunden hat, eben jenes Erbe - wie Wir erwähnt haben - durch den Einfluß materieller Theorien entstellt werden kann. Man kann, man muß sogar, diese so sehr bedeutsame Tatsache in ihrem ganzen Umfang menschlicher und übernatürlicher Wahrheiten bedenken.

Sicher kann man nicht leugnen, daß bei der Weitergabe vererbbarer Eigenschaften materielle Vorgänge mitspielen. Diese Tatsache erstaunlich zu finden, hieße, die intime Verbindung zwischen unserer Seele und dem Körper zu vergessen. Ebenso, daß sogar hochgeistige Tätigkeiten weitgehend von unserem körperlichen Temperament beeinflußt werden. Deswegen weist die christliche Morallehre die Eltern auf die große Verantwortung hin, die sie in dieser Beziehung haben.

Das wertvollste aber ist das geistige Erbe. Dieses wird nicht sosehr über die geheimnisvollen Verbindungswege materieller Schöpfung weitergegeben, als vielmehr durch den dauernden Einfluß einer ausgezeichneten, familiären Umgebung. Entscheidend für das Ergebnis ist eine langsame und gründliche seelische Entwicklung in der Umgebung eines Vaterhauses, das reich an geistigen, moralischen und vor allem an christlichen Traditionen ist. Wichtig ist auch der gegenseitige Einfluß derer, die unter dem gleichen Dach wohnen, ein Einfluß, dessen wohltätige Wirkung weit über die Kinderjahre und Jugendzeit hinausgeht und bis an das Ende eines langen Lebens reicht. Auf diesem Wege entwickeln sich auserwählte Geister, die in sich selbst die Schätze eines wertvollen Erbes mit ihren eigenen Vorzügen und Lebenserfahrungen zu verbinden wissen.

Das ist jenes über alle Maßen wertvolle Erbe, welches, erleuchtet durch einen festen Glauben, belebt und erfrischt durch dauerndes und treues Leben im Geiste Christi und durch Erfüllung seiner Forderungen, die Seelen Eurer Kinder erheben, vervollkommnen und bereichern wird.”

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9. Ansprache an das Patriziat und an den Adel von Rom, 1941, S. 364. Der oben zitierte Text ist so wichtig, daß eigentlich jedes Wort hervorgehoben zu werden verdient. Um aber die Seite visuell nicht zu überfrachten, haben wir es vorgezogen, die einfache Schrift beizubehalten.

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