Die Kathedrale von Santiago de Compostela

26/07/2018

Der Anblick der Kathedrale von Santiago de Compostela ist seit dem Mittelalter für Millionen von Wallfahrern die Erfüllung ihrer Sehnsucht. In diesem Augenblick sind die Strapazen einer langen Fußwallfahrt vergessen. In der Kathedrale ruhen der Überlieferung zufolge die Gebeine des Apostels Jakobus des Älteren. Sie wurden schon im achten Jahrhundert vor den anstürmenden Moslems aus Jerusalem nach Nordwestspanien in Sicherheit gebracht.

In den folgenden Jahrhunderten überfluteten die Moslems fast ganz Spanien und drängten die Christen bis an die Nordküste zurück. Da das Meer weitere Fluchtwege versperrte, sammelten sich die Christen zur Gegenwehr. Dabei erwarteten sie die entscheidende Hilfe von „ihrem“ heiligen Apostel Santiago, Sankt Jakobus, der ja gewissermaßen noch als Toter vor den Moslems nach Spanien flüchten musste. Die Spanier erinnerten sich auch noch, das Spanien früher ein blühendes christliches Land war, vor allem das Andalusien des Isidor von Sevilla um 600. Von daher wuchs ihr Wunsch nach Rück-Eroberung, nach Re-conquista, die erst 1492 mit dem Sieg in Granada ihren Abschluss fand. Die Jakobsmuschel, das ursprüngliche Trinkgefäß der Wanderer, wurde zum Kennzeichen des Pilgerweges.

Im Spätmittelalter wurde die Muschel als Symbol für die innige Verbindung zwischen Christus und der Kirche gedeutet. Die Trennung der beiden Muschelschalen bedingt den Tod des Muscheltieres. Eine Trennung der Kirche von Christus wäre der Verlust des ewigen Lebens. Der Festtag des Apostels Jakobus ist der 25. Juli. EW

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