Im 14. Jahrhundert zeichnet sich im christlichen Europa eine Mentalitätsänderung ab, die dann im Verlauf des 15. Jahrhunderts immer deutlichere Züge annimmt. Das Streben nach irdischen Freuden wächst sich zu einer wahren Gier aus. Die Vergnügungen werden immer häufiger und prunkvoller, und die Menschen schenken ihnen immer mehr Aufmerksamkeit. Der wachsende Hang zu einem lustund phantasievollen Sinnesleben zeitigt in Kleidung, Sitten, Sprache, Literatur und Kunst immer deutlichere Anzeichen der Sinnlichkeit und Verweichlichung. Ernst und Strenge früherer Zeiten verschwinden zusehends, alles gewinnt einen strahlenden, anmutigen, festlichen Charakter.

Die Herzen wenden sich nach und nach von der Opferfreudigkeit, von der wahren Kreuzesverehrung und dem Streben nach Heiligkeit und nach dem ewigen Leben ab. Das Rittertum, einst Höhepunkt christlicher Zucht, neigt zu Amouren und Gefühlsduselei; die Liebesdichtung erobert die Länder, übertriebener Luxus und eine damit einhergehende Gewinnsucht sind in allen Gesellschaftsschichten zu finden.

Das Vordringen dieses Sittenwandels auch auf die geistigen Bereiche brachte hier deutliche Anzeichen des Hochmutes hervor, wie zum Beispiel den Geschmack an leeren, prunkvollen Streitgesprächen, an inkonsistenten Spitzfindigkeiten und Auftritten prahlerischer Gelehrsamkeit; alte philosophische Tendenzen, die die Scholastik bereits überwunden hatte, schmeichelten sich wieder ein und tauchten, da der frühere Eifer für die Unversehrtheit des Glaubens nachließ, unter neuem Blickwinkel wieder auf.

Innenansichten von Der Kölner Dom. Foto von Pedro Szekely.

Der Absolutismus der Legisten, die sich stolz auf ihre Kenntnisse des römischen Rechts beriefen, stieß bei ehrgeizigen Fürsten auf geneigte Ohren. Im gleichen Zuge ging bei hoch und niedrig auch die frühere Entschlossenheit zurück, die königliche Macht in jene legitimen Grenzen aus der Zeit Ludwigs des Heiligen und des Hl. Ferdinand von Kastilien zurückzuweisen.

 

Revolution und Gegenrevolution Von Plinio Corrêa de Oliveira.  Erster Teil, III KAPITEL, 5 – A.

 

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Mit Beiträgen von Plinio Corrêa de Oliveira

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Der Angriff auf die christliche Familie, der aus Politik und Medien geführt wird, kann niemanden unberührt lassen, der sich Sorgen um die christliche Zukunft Deutschlands macht. Die materiellen Lebensbedingungen der deutschen Familien verschlechtern sich zunehmend. Doch zudem findet ein Kulturkampf gegen Ehe und Familie statt, der sogar ihre Begrifflichkeit in Frage stellt. Noch nie in der Geschichte standen Ehe und Familie so stark im Zentrum ideologischer Auseinandersetzungen wie in unseren Tagen. Diese Schrift möchte in der aktuellen Debatte eine Orientierung aus christlicher Sicht geben.

Kinder in Gefahr

Eine Aktion der Deutschen Vereinigung für eine Christliche Kultur (DVCK) e.V.

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“Gott erhalte, Gott beschütze, unsern Kaiser, unser Land!” Am 1. April 1989 erklang in Wien die alte Hymne. An diesem Tag wurde Zita, die Frau des letzten österreichischen Kaisers, zu Grabe getragen.

 

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Ansprache Benedikts XV. an das Patriziat und an den römischen Adel vom 5. Januar 1920

6 April 2017

Bei den jüngsten Festlichkeiten zur Geburt Jesu Christi erklang Unserem Glauben wieder einmal der himmlische Gesang der Engel zum Lobe Gottes und des Friedens. Seit diesem seligen Tag werden gleich einem harmonischen Konzert in Unserer Nähe immer wieder die Stimmen des Glückwun­sches und anhänglicher Liebe laut, mit denen sich Unsere geliebten Söhne in der Ferne […]

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Reaktion und geschichtliche Unbeweglichkeit

23 March 2017

1. Was restauriert werden muß Wenn die Revolution Unordnung ist, so ist die Gegenrevolution die Restauration der Ordnung. Unter Ordnung aber verstehen wir den Frieden Christi im Reiche Christi; das heißt, eine strenge, hierarchische, wesenhaft sakrale, antiegalitäre und antiliberale christliche Kultur. 2. Was innoviert werden muß Es besteht ein historisches Gesetz in der Geschichte, demzufolge […]

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Die Eliten müssen den Ton setzen, ihre Manieren nicht vulgarisieren

9 March 2017

Ebenso schädlich wäre es für Adel und Bürgertum, sich in Verhalten und Kleidung gemein zu machen, um auf diese Weise die Revolution zu entwaffnen. Eine gesellschaftliche Autorität, die sich entwürdigt, ist schalgewordenem Salz zu vergleichen. Man kann es nur wegwerfen, und die Vorübergehenden werden es zertreten 19. In den meisten Fällen wird die Masse gerade […]

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Buchpräsentation in Wien

23 February 2017

Buchpräsentation in Wien

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Revolution und Legitimität

9 February 2017

A. Die Legitimität schlechthin Gewöhnlich geht es um den Begriff der Legitimität, wenn man auf Dynastien und Regierungen zu sprechen kommt. Nach der Lehre Leos XIII. in seiner Enzyklika Au Milieu des Sollicitudes vom 16. Februar 189217 darf man tatsächlich mit der Frage nach der Legitimität von Dynastien und Regierungen nicht einfach Tabula rasa machen, […]

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Die Wiedergeburt Mohameds

26 January 2017

Plinio Corrêa de Oliveira 1947 warnte Prof. Plinio Corrêa de Oliveira: „es wird eine ,arabische‘ Gefahr entstehen im gleichen oder gar größerem Ausmaß der zur Zeit des hl. Pius V. und der Schlacht von Lepanto.“ Die Attentate auf das World Trade Center und das Pentagon, so wie die Attentate von Paris bestätigen mit aller Deutlichkeit […]

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Ansprache vom 9. Januar 1958

12 January 2017

Mit lebhafter Freude empfangen Wir Euch, ge­liebte Söhne und Töchter, in Unserem Hause, die Ihr – noch durchdrungen von den geheiligten Ausstrahlungen des Weihnachtsfestes – gekom­men seid, um Eure Ergebenheit diesem Heiligen Stuhl gegenüber zu bekräftigen. Mit väterlichen Gefühlen und dem heißen Wunsch, sich von der Liebe der Kinder umgeben zu lassen, sind Wir gerne […]

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Königskrönung von Kaiser Karl I – 1916 – 2016 – 100 Jahre

29 December 2016

         

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Ansprache vom 14. Januar 1952

29 December 2016

Treu Eurer althergebrachten Überlieferung seid Ihr, geliebte Söhne und Töchter, auch dieses Jahr gekommen, um dem sichtbaren Haupt der Kirche Eure Verehrung zu bezeugen und Eure guten Wünsche zum neuen Jahre darzubringen. Wir nehmen sie mit lebhafter und tiefempfundener Dankbarkeit entgegen und entbieten Euch dafür die innigsten Wünsche Unsererseits. Wir schließen sie ein in Unsere […]

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Video- Christmas – Navidad – Weihnachten – Natal – Noël

24 December 2016

Christmas – Navidad – Weihnachten – Natal – Noël Tu Scendi Delle Stelle Von St. Alphonsus Ligouri

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