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A. Die Legitimität schlechthin

Es gibt eine Legitimität höheren Ranges, die eine jede Ordnung der Dinge angeht, in der das Königtum Christi, Vorbild und Ursprung der Rechtmäßigkeit allen Königtums und aller irdischen Gewalt, zum Ausdruck kommt.

Gewöhnlich geht es um den Begriff der Legitimität, wenn man auf Dynastien und Regierungen zu sprechen kommt. Nach der Lehre Leos XIII. in seiner Enzyklika Au Milieu des Sollicitudes vom 16. Februar 189217 darf man tatsächlich mit der Frage nach der Legitimität von Dynastien und Regierungen nicht einfach Tabula rasa machen, handelt es sich doch hier um eine moralische Frage von ganz besonderem Gewicht, die von seiten eines wohlgebildeten Gewissens alle Aufmerksamkeit verdient.

Der Begriff der Legitimität ist jedoch nicht nur auf diese Art von Problematik anzuwenden.

Es gibt eine Legitimität höheren Ranges, die eine jede Ordnung der Dinge angeht, in der das Königtum Christi, Vorbild und Ursprung der Rechtmäßigkeit allen Königtums und aller irdischen Gewalt, zum Ausdruck kommt. Der Kampf für die rechtmäßige Autorität ist eine Pflicht und zwar eine schwere. Man darf aber in der Rechtmäßigkeit der Amtsträger nicht nur ein hervorragendes Gut an sich sehen, sondern ein Mittel, das uns helfen soll, ein noch höheres Gut zu erreichen, nämlich die Rechtmäßigkeit der ganzen Gesellschaftsordnung, aller Institutionen und menschlichen Lebenskreise. Dies geschieht mit der Anordnung aller Dinge nach der kirchlichen Lehre.

Der Kampf für die rechtmäßige Autorität ist eine Pflicht und zwar eine schwere.

B. Katholische Kultur und Zivilisation

Die Gegenrevolution strebt also danach, die katholische Kultur und Zivilisation wieder herzustellen und zu fördern. Diese Thematik wäre nicht deutlich genug umrissen, wenn es nicht eine Definition dessen beinhalten würde, was wir unter „katholischer Kultur” und „katholischer Zivilisation” verstehen. Wir wissen wohl, daß die Begriffe „Zivilisation” und „Kultur” in vielen unterschiedlichen Bedeutungen benutzt werden. Uns geht es hier natürlich nicht um eine Stellungnahme auf terminologischer Ebene. Wir beschränken uns vielmehr darauf, diese Begriffe als Bezeichnungen von relativer Genauigkeit für gewisse Realitäten zu benutzen, und es geht uns dabei weniger um eine Diskussion über die Begriffe als um die Vermittlung einer wahren Idee der Realitäten.

Eine Seele im Zustand der Gnade besitzt in höherem oder geringerem Grad alle Tugenden. Vom Glauben erleuchtet, verfügt sie über Voraussetzungen, die ihr eine wahrheitsgetreue Anschauung der Welt erlauben.

Kaiser Franz Joseph I Fronleichman Wien 1898

Der Grundbestandteil der katholischen Kultur ist eine auf dem Boden der kirchlichen Lehre entwickelte Weltsicht. Diese Kultur umfaßt nicht nur die Bildung, das heißt das Verfügen über die zu dieser Entwicklung notwendigen Informationen, sondern auch die Prüfung und Einordnung dieser Daten in Übereinstimmung mit der katholischen Lehre. Sie beschränkt sich nicht auf die Gebiete der Theologie, der Philosophie oder der Wissenschaft, vielmehr umfaßt sie das ganze menschliche Wissen, spiegelt sich in der Kunst wider und schließt die Bejahung von Werten ein, die alle Aspekte des Daseins durchziehen.

Die katholische Zivilisation meint die Strukturierung aller menschlichen Beziehungen, aller menschlichen Institutionen und des Staates selbst auf dem Boden der Lehre der Kirche.

Sicher verfügt die Kirche über die geeigneten Mittel für das Heil der Seelen zu sorgen.

C. Der sakrale Charakter der katholischen Zivilisation

Dies bedeutet natürlich, daß eine solche Ordnung der Dinge von Grund auf sakral ist und die Anerkennung aller Gewalten der Heiligen Kirche und vor allem auch des Papstes mit sich bringt: Die unmittelbare Gewalt über die geistigen Dinge und die mittelbare Gewalt über die weltlichen Dinge, soweit diese das Heil der Seelen angehen.

Tatsächlich haben Gesellschaft und Staat ja dem tugendhaften Zusammenleben zu dienen. Nun sind aber die von einem Menschen zu übenden Tugenden die christlichen Tugenden, deren erste die Gottesliebe ist. Also haben Gesellschaft und Staat eine sakrale Bestimmung 18.

Sicher verfügt die Kirche über die geeigneten Mittel für das Heil der Seelen zu sorgen. Aber auch Gesellschaft und Staat besitzen Mittel, die dem gleichen Zweck dienen, d.h. Mittel, die von einer höheren Stelle geleitet, eine sie selbst übertreffende Wirkung hervorbringen.

Auf dem Heimweg von der Taufe. Gemälde von Heinrich Ewers.

D. Kultur und Zivilisation schlechthin

Aus dem bisher Gesagten läßt sich leicht schließen, daß die katholische Kultur und Zivilisation die Kultur und Zivilisation schlechthin sind. Hinzuzufügen bleibt, daß beide nur in katholischen Völkern bestehen können. Der Mensch kann zwar die Grundsätze des Naturgesetzes durch seine eigene Vernunft erkennen, aber ein Volk kann ohne das Lehramt der Kirche auf die Dauer nicht die Kenntnis aller Prinzipien bewahren 19. Wenn sich daher ein Volk nicht zur wahren Religion bekennt, kann es nicht dauerhaft alle Gebote erfüllen 20. Unter diesen Bedingungen, und da es ohne die Kenntnis und die Einhaltung des göttlichen Gesetzes keine christliche Ordnung geben kann, sind Zivilisation und Kultur schlechthin nur im Schoße derHeiligen Kirche möglich. Denn nach den Worten des Hl. Pius X. „ ist [eine Zivilisation] umso wahrer, umso dauerhafter, umso fruchtbarer, je eindeutiger sie christlich ist; sie geht umso mehr zurück, zum großen Schaden für das allgemeine Wohl, je mehr sie sich der christlichen Idee entzieht. Damit wird die Kirche durch einen inneren Sachzwang auch faktisch zur Hüterin und Sachwalterin der christlichen Kultur” 21.

Plinio Corrêa de Oliveira, Revolution und Gegenrevolution, Zweiter Twel VII. KAPITEL, 2. A-D, pp. 43-46.

 

17) Utz-von Galen. XXIII, c.160-220.

18) Vgl. Thomas von Aquin, De Regimine Principum, 1, 14 – 16.

19) Vgl. L Vatikankonzil, 111. Sitzung, Kapitel 2-D.1786.

20) Vgl. Konzil von Trient, Vl. Sitzung, Kapitel 2 – D.812.

21) Enzyklika Il Ferroo Proposito, vom 11.6.1905, Utz-von Galen, XVII, 4 22) V gl. 1 Joh 2,16.

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Plinio Corrêa de Oliveira

1947 warnte Prof. Plinio Corrêa de Oliveira: „es wird eine ,arabische‘ Gefahr entstehen im gleichen oder gar größerem Ausmaß der zur Zeit des hl. Pius V. und der Schlacht von Lepanto.“

Die Attentate auf das World Trade Center und das Pentagon, so wie die Attentate von Paris bestätigen mit aller Deutlichkeit die unzähligen Voraussagen, die Plinio Corrêa de Oliveira im Lauf von 60 Jahren öffentlich machte hinsichtlich der großen Gefahr, die der Islam für den Westen darstellen werde. Sie sind dokumentiert in etlichen Artikeln, die er in der Wochenzeitung O Legionário veröffentlichte.

In diesem Sinn scheint es sehr angebracht hier den Artikel „Die Wiedergeburt Mohameds“, den er am 15. Juli 1947 veröffentlicht hat.

Die Wiedergeburt Mohameds

O Legionário (1) Nr. 775, 15.6.1947

Wenn wir die traurige Geschichte vom Fall des Weströmischen Reiches studieren, fällt es uns schwer die Kurzsichtigkeit, die Gleichgültigkeit und die Gelassenheit die die Römer angesichts der anschwellenden Gefahr zeigten, zu begreifen. Rom litt an der eingefleischten Gewohnheit der ständigen Siege, die andere Übel noch verschlimmerte. Zu seinen Füßen lagen die glorreichsten Nationen der Antike: Ägypten, Griechenland und ganz Asien. Die wilden Kelten waren definitiv gezähmt. Der Rhein und die Donau bildeten für das Reich eine prächtige natürliche Verteidigungslinie. Warum sollte man befürchten, dass die Barbaren, die sich in den Urwäldern Zentraleuropas herumtummelten, eine so ernsthafte Gefahr für das immense politische Gebilde darstellen konnten?

Da sich die Römer an dieser Sicht der Situation gewöhnt hatten, hatten sie nicht die geistige Wendigkeit, um zu verstehen, dass sich eine neue Situation allmählich zusammenbraute. Die Barbaren überquerten den Rhein und begannen die Invasionen. Der Widerstand der Legionen war ihnen gegenüber schwach, unentschlossen, unzulänglich. Trotzdem ignorierten sie weiterhin die Gefahr, verblendet wie sie waren einerseits durch das ungesättigte Verlangen nach Vergnügungen und andererseits getäuscht durch einen, was man in der abscheulichen Terminologie von Freud Überlegenheits-„komplex“ nennen würde. Das erklärt ihre tödliche Gelassenheit, die sie bis ans Ende beibehielten.

Wenn wir auch in diesem Zusammenhang die rätselhafte römische Trägheit einbeziehen, scheint uns das Gesamtbild doch merkwürdig und vielleicht sogar in etwa überhoben. Wir werden es besser verstehen, wenn wir ein anderes großes Rätsel heranziehen, das sich vor unseren Augen abspielt und an dem wir in gewisser Hinsicht teilhaben: Die große Trägheit des christlichen Abendlandes vor der Auferstehung des afroasiatischen Heidentums. Das Thema ist zu weitläufig, dass man es „en bloc“ behandeln könnte. Um es gut zu verstehen, wird es genügen, dass wir nur ein Aspekt des Phänomens behandeln: Die Erneuerung der islamischen Welt.

Die Sayidat-al-Nejat-Kathedrale. die Erstürmung der syrisch-katholischen Sayidat-al-Nejat-Kathedrale in Bagdad am 31. Oktober 2010 durch islamistische Terroristen. Dabei kamen 68 Menschen ums Leben und circa 60 wurden verwundet. Zu dem Anschlag bekannte sich der „Islamische Staat Irak“. Foto von Kathovo.

Es ist ein Thema das der „Legionário“, der sich schon an wiederholtem Unverständnis gewöhnt hat, mit Beharrlichkeit behandelt hat, das manchmal auch als lästig empfunden wurde. Doch das Thema muss noch einmal behandelt werden, und in einem größeren Umfang, als es in der Notizen der „Sieben-Tage-Rückschau“ behandelt wurde.

Der Stillstand in der islamischen Welt

Rufen wir kurz in Erinnerung einige allgemeine Angaben des Problems. Wie man weiß, umfasst die islamische Welt einen territorialen Streifen, der in Indien beginnt, über Arabien und Kleinasien Ägypten erreicht und am Atlantischen Ozean endet. Das Einflussgebiet des Islam ist enorm unter allen Gesichtspunkten: Territorium, Bevölkerung, Naturressourcen. Doch bis vor einiger Zeit verhinderten gewisse Faktoren fast gänzlich eine Machtausübung. Das Band, das alle Moslems der Welt verbinden könnte, wäre natürlich die Religion des Propheten. Diese zeigte sich aber entzweit, schwach und völlig bar jeglicher bedeutender Menschen in der Sphäre des Denkens, des Herrschens und der Taten. Der Islam vegetierte dahin und das schien dem Eifer ihrer Würdenträger völlig zu genügen. Die gleiche Genügsamkeit an der Stagnierung und einem rein vegetatives Leben war ein Übel, von dem auch das politische und wirtschaftliche Leben der islamischen Völker von Asien und Afrika infiziert waren. Kein Mann von Wert, keine neue Ideen, keine wirklich bedeutende Unternehmung konnte man in diesem Bereich erkennen. Die islamischen Länder verschlossen sich jedes über sich selbst und verhielten sich gleichgütig gegenüber alles, was nicht den ruhigen und kleinen Wonnen des alltäglichen Lebens entsprach. So lebte jedes Land in einer eigenen Welt, unterschied sich von den anderen durch seine sehr verschiedenen historischen Traditionen, unter sich getrennt von der gegenseitigen Gleichgültigkeit, unfähig ein gemeinsames Werk zu verstehen, zu wünschen und durchzuführen.

Die Nutzung ihrer natürlichen Ressourcen war praktisch unmöglich

In einer solchen politischen und religiösen so deprimierten Situation, war es eindeutig unmöglich die natürlichen Ressourcen der muslimischen Welt, die in ihrer Gesamtheit das größte Potential der Erde darstellen, zu fördern und zu nutzen. Alles war also nur Ruin, Zerfall und Benommenheit.

So schleppte sich das Morgenland durch die Zeit, während das Abendland im Fortschritt seinen Höhepunkt erreichte. Seit dem viktorianischen Zeitalter wehte eine jugendliche, begeisterte und hoffnungsvolle Briese durch Europa und Amerika. Die Fortschritte der Wissenschaften hatten die materiellen Aspekte des Lebens im Westen erneuert. Die Versprechen der Revolution fanden glaubwürdige Aufnahme, so dass es in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts viele gab, die das 20. Jahrhundert als eine Goldära für die Menschheit voraussahen.

Unter diesen Umständen begriff der westliche Mensch sehr wohl die Bedeutung der Trägheit und des Unvermögens im islamischen Bereich des Ostens. Von der Möglichkeit einer Auferstehung der moslemischen Welt zu reden, schien so undurchführbar und anachronistisch wie die Rückkehr zur Kleidung, zur Kriegsführung und zur politischen Landkarte des Mittelalters.

Von dieser täuschenden Vorstellung leben wir heute noch. Und so wie die Römer vertrauen wir auf das Mittelmeer, das uns von der islamischen Welt trennt, und erkennen nicht, dass neue und sehr ernste Erscheinungen in den Ländern des Korans zu beobachten sind.

Die islamische Welt erwacht nach dem 1. Weltkrieg

Es ist schwer in einer kurzen Darstellung so breite und reichhaltige Phänomene wie diese zu erfassen. Doch im Allgemeinen kann man sagen, dass nach dem Weltkrieg das ganze Morgenland – wir bezeichnen damit die Gesamtheit der Regionen des nicht-christlichen Kulturraumes in Asien und Afrika – von einer sehr ausdrücklichen anti-europäischen Reaktion befallen wurde. Diese Reaktion bestand aus zwei in etwa widersprüchlichen Aspekten, stellten aber trotzdem für das Abendland eine große Gefahr dar. Zum einen begannen die Nationen des Orients mit Unruhe an ihrer wirtschaftlichen und militärischen Abhängigkeit von westlichen Ländern zu leiden und strebten immer heftiger nach einer vollen Souveränität, nach der Bildung eines unabhängigen wirtschaftlichen Potentials und eigenen militärischen Kräften. Diese Bestrebungen bedeutete aber auch eine gewisse „Verwestlichung“, das heißt, eine Anpassung asiatischer und afrikanischer Nationen an modernen militärischen, wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Technologien, und an euro-amerikanischen Finanz- und Banksystemen. Zum anderen verursachte diese patriotische Tendenz ein Wiederaufblühen der Begeisterung für nationale Traditionen, Bräuche, Kulte und Geschichte. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass das würdelose Schauspiel von Korruption und Zerstrittenheit, das die westliche Welt darbot, dazu beitrug den Hass auf den Westen zu schüren. Von daher das Aufkommen im ganzen Orient des Interesses an die alten Götzen eines „Neuheidentums“, der tausendmal kämpferischer, entschiedener und dynamischer wurde als in den alten Zeiten. Japan ist ein typisches Beispiel dieses Prozesses, den wir hier zu beschreiben versuchen. Die ideologische und politische Gruppe, die Japan zum Status einer Großmacht erhob und die Weltherrschaft anstrebte, war gerade eine dieser neuheidnischen Gruppen, die den alten Begriffen der göttlichen Eigenschaften des Kaisers u. ä.  zugetan waren.

Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris waren koordinierte, islamistisch motivierte Attentate an fünf verschiedenen Orten im 10. und 11. Pariser Arrondissement sowie an drei Orten in der Vorstadt Saint-Denis. Foto von J Poitevin.

Der Hass auf das Abendland

Eine langsamere aber nicht weniger starke Entwicklung als in Japan ergab sich in der gesamten östlichen Welt. Indien ist dabei auf gleicher Weise seine Unabhängigkeit zu erreichen. Ägypten und Persien belegen heute eine vorteilhafte Stellung im internationalen Bereich und schreiten mit großen Schritten voran. Noch vor diesen Ländern formte Mustafa Kemal Pascha (Atatürk) die Türkei zu einem Staat westeuropäischer Prägung. All diese Nationen, wir könnten sie Großmächte nennen, sind stolz auf ihre Vergangenheit, ihren Traditionen, ihre Kultur, die sie mit Nachdruck pflegen wollen und zeigen sich zugleich stolz auf ihre natürlichen Ressourcen, auf ihre politischen und militärischen Möglichkeiten und den errungenen wirtschaftlich-finanziellen Fortschritt. Tag um Tag werden sie reicher, bauen Städte auf mit einem gut funktionierenden Regierungsapparat, einer gut ausgebildeten Polizei, streng laizistische Universitäten mit gutem intellektuellen Niveau, Schulen, Krankenhäuser, Museen, schlicht alles, was uns in gewisser Hinsicht eine Art materiellen Fortschritt bedeutet. In ihren Truhen häuft sich das Gold an. Goldbesitz bedeutet die Möglichkeit Waffen zu kaufen; und Waffen bedeuten weltweites Prestige.

 

Es ist interessant darauf hinzuweisen, dass der Nazismus sehr stark den Osten beeindruckte. Wenn ein großes Land wie Deutschland eine Regierung hat, die das Christentum verlassen hat und keine Schamröte zeigt, sich den alten Götzen hinzuwenden, was soll es dann etwas beschämendes sein, dass Chinesen oder Araber in ihren traditionellen Religionen verbleiben?

Das Ende einer tausendjährigen Müdigkeit

Dies alles veränderte die islamische Welt und verursachte unter den muslimischen Völkern von Indien bis Marokko eine Erschütterung, die zu bedeuten gab, dass die tausendjährige Müdigkeit zu Ende war. Pakistan – ein moslemisch-hinduistischer Staat, dessen Unabhängigkeit bevorsteht –Iran, Türkei, Ägypten sind die Höhepunkte der islamischen Auferstehung. Aber auch in Algerien, Marokko, Tripolis (Libyen), Tunesien steigen die Unruhen an. Der vitale islamische Nerv lebt in all diesen Ländern auf und lässt sie wieder das Gefühl der Einheit erfahren, denn Sinn für gemeinsame Interessen, die Sorge um Solidarität und die Lust am Sieg.

Terroranschlag Berlin 19. Dezember 2016. bilder vom Tag danach. Foto von Andreas Trojak.

Dies alles ist nicht nur Theorie. Die Arabische Liga, eine groß umfassende Föderation muslimischer Völker, vereint heute die islamische Welt. Sie ist eine Umkehrung von dem, was im Mittelalter die Christenheit war. Die Arabische Liga wirkt wie ein breiter Block gegenüber den nicht arabischen Nationen und schürt in ganz Nordafrika den Aufstand. Die Flucht des Groß-Mufti war deutlich eine Machtdemonstration dieser Liga. Die Befreiung von Abd-el-Krim ist noch viel mehr als dies: es ist die Verkündigung des festen Vorhabens der Liga, sich in die Angelegenheiten Nordafrikas einzumischen und die Unabhängigkeit von Algerien, Tunesien, Tripolis und Marokko zu provozieren. Dies deuteten wir schon an in „Sete Dias em Revista“ (Überblick der Woche) unserer letzten Ausgabe (s. Anmerkungen unten).

Braucht es da viel Talent, Scharfblick, außerordentlich gute Informationen vorzuweisen, um die Bedeutung dieser Gefahr zu erkennen?

(1) Halbamtliche Wochenzeitung der Erzdiözese São Paulo, erreichte große Verbreitung und Einfluss in ganz Brasilien.

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Kommentar

Diese Warnung wurde nicht beachtet

Viele Artikel schrieb Prof. Plinio Corrêa de Oliveira seit de 30er Jahren — als das Aufwachen des Islam noch eine Schimäre war —, in denen er vor der Gefahr warnte, die die Wiedererwachung des Islam für Kirche und Christenheit bedeutete. Es waren Warnungen, die über die Seiten der Wochenzeitung O Legionário in die Welt getragen wurden und bildeten in ihrer Gesamtheit ein beeindruckender prophetischer Ruf an alle Persönlichkeiten die im Westen Verantwortung für das Schicksal der Nationen tragen, damit sie die entsprechenden Gegenmaßnahmen treffen sollten.

Anstatt die Katholiken zu warnen und zu mobilisieren angesichts der islamischen Bedrohung — wie es der hl. Papst Pius V. 1571 und der sel. Papst Innozenz XI 1683 taten — und auf die großen Übel, die eine Ausbreitung des Islams für die Kirche und die Gläubigen mit sich bringen würden, hinzuweisen, zog man jedoch eine Haltung der Kapitulation und des Dialogs mit den Anhängern Mohameds vor. Die Folge konnte ja nur eine Radikalisierung der Moslems und der Einzug des Relativismus unter den Katholiken sein.

Auch die weltlichen Führer des Westens führten eine internationale Politik der Nachgiebigkeit ein, die in großem Maße die Bildung, ganz besonders nach dem 2. Weltkrieg, eines mächtigen pan-islamischen Blocks begünstigte.

An den verheerenden Folgen dieser Politik der Auslieferung leidet heute die ganze Welt.

Juan Gonzalo Larraín Campbell, in CATOLICISMO – März 2002

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Anmerkungen

Legionário – „7 dias em revista“ (Wochenschau) 8.6.1947

In dieser mit wichtigen Ereignissen gefüllten Woche haben wenige die Ernsthaftigkeit der Flucht oder der Befreiung von Abd-El-Krim. Das Geschehen ist vielleicht gar nicht so wichtig an sich, aber es zeigt eindeutig den Mut und die Macht der Arabischen Liga, die Trägheit und Schwäche der christlichen Welt.

Wir wissen wer Abd-El-Krim ist, der islamische Führer, der Nordafrika unter Eisen und Feuer legte, gegen das zwei große westliche Mächte sich zusammenschließen mussten, Frankreich und Spanien, um in etwa dauerhafte Ergebnisse zu erreichen. Dieser liederliche Greis, der einen Harem mit zwanzig Frauen unterhält, wird zur Zeit schon ein Zustand nahe der Gebrechlichkeit erreicht haben. Doch sein Name ist ein Banner des Aufstandes. Dieses Banner wurde von König Faruk von Ägypten über die ganze islamische Mittelmeerküste aufgerollt, indem er Abd-El-Krim mit einem „Streich“ Asyl anbot.

Legionário – „7 dias em revista“ (Wochenschau) 15.6.1947

In unserer letzten Ausgabe wiesen wir auf die ernsthafte Folgen der „Flucht“ von Abd-el-Krim und den unmöglich nicht wahrnehmbaren  schmerzlichen Kontrast zwischen dem Unternehmungsgeist und der Stärke der panarabischen Seite und die Schläfrigkeit der alten kurzsichtigen und erschöpften Nationen der Christenheit.

Eine Woche ist vergangen nach den Ereignissen, ohne dass von Seiten Europas nur eine einzige wirksame Reaktion zustande kam. Auch auf der Seite Afrikas gab es totales Stillschweigen. Die Flucht von Abd-el-Krim wurde als das natürlichste Ereignis angesehen. In dieser Stille erhob sich nur eine Stimme, die über die ganze muslimische Küste des Mittelmeers hallte: es war die Stimme Abd-El-Krims, die ganz Nordafrika aufrief, das europäische Joch abzuschütteln. Vom Suez zu Gibraltar war dieser Hetzschrei zu hören, geachtet und noch verstärkt von der ausdrücklichen Sympathie der Könige, Sultane und Emire aller Gattungen, durch den ideologischen Einfluss der islamischen Universitäten und der Würdenträges des Koran und der Begeisterung der Jugend. Dies war also ein folgenträchtiges Ereignis: es ist wichtig einige Aspekte hier zu analysieren, was wir aus Platzmangel in der letzten Ausgabe nicht haben tun können.

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Die Art wie der Streich von Abd-El-Krim durchgeführt wurde ist sehr lehrreich. Abd-El-Krim war Gefangener auf der Insel Réunion und bat um Erlaubnis in Frankreich zu wohnen, um seine Söhne an einer Universität von Paris anzumelden. Die französische Regierung stimmte dem dermaßen naiv zu, sodass Abd-El-Krim die Reise ohne Kontrolle antreten und sogar die Route und das Schiff eigens wählen konnte. Als das Schiff in Ägypten halt machte, man weiß nicht ob auf eigener Faust oder auf Druck von König Faruk, ging Abd-El-Krim an Land und entschloss zu bleiben. Sofort gab er Presseinterviews, die echte Aufstachelung zur Unabhängigkeit Nordafrikas waren. Es scheint, dass er sich fürstlich in ein großes Krankenhaus in Kairo einquartierte, wo ihm ein Flügel desselben komplett zur Verfügung eingerichtet, und ärztliche Betreuung gewährt wurde. Die Arabische Liga erklärte sich schon solidarisch mit ihm. Eine gewisse Unruhe ist in ganz Nordafrika zu spüren. Frankreich zeigte sich enttäuscht — und mit Recht!… — und Spanien wartet aufmerksam auf die Entwicklung der Ereignisse.

 

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