Kaiserin Eugénie besucht die Armen, 1864, von Paul Leon Lucien Goupil (1834-1890). Château de Compiègne, Oise, Frankreich / Giraudon / The Bridgeman Art Library

Die Szene spricht für sich selbst. Eine elegante Dame, Kaiserin Eugénie, die Ehefrau von Napoleon III., legt eine Börse, die einige Goldstücke enthält, in die Hand einer armen Frau, die von ihren drei Kindern umringt ist. Gekleidet wie eine Bürgerliche macht die großherzige Kaiserin zahlreiche Besuche, vor allem bei Kranken, in Spitälern und auch bei jungen Strafgefangenen.
Der kleine Ofen kann das Mansardenzimmer kaum erwärmen. Die bescheidene Einrichtung besteht aus einem Bett, zwei Stühlen, einem Toilettetisch und einem zerbrochenen Spiegel. Trotz ihrer erbärmlichen Lage haben die Mutter und ihre Kinder ihre Würde nicht verloren. Die finanzielle Hilfe haben sie dringend nötig und sie akzeptieren mit Dankbarkeit das Mitgefühl, das ihnen von dieser eleganten Dame entgegengebracht wird.
Ein Kreuz an der Wand überragt die Szene und erinnert an das Zitat, das zur Barmherzigkeit aufruft: „Wer den Armen gibt, leiht Gott“.

 

Aus dem Kalender „365 Tage mit Maria“ der Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, DVCK e.V., Frankfurt, November 2014

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Das im vorausgegangenen Kapitel Gesagte macht es uns leicht, den pazifistischen und damit antimilitaristischen Charakter der Revolution zu verstehen.

  1. Die Wissenschaft wird Kriege, Streitkräfte und Polizei erübrigen

Im Technologieparadies der Revolution hat immerwährender Friede zu herrschen, denn die Wissenschaft zeigt, daß der Krieg etwas Böses ist, und die Technik vermag alle Kriegsursachen zu verhindern.

Ein Mitglied der österreichischen Antiterror-Spezialeinheit Einsatzkommando Cobra zielt mit einer Handfeuerwaffe während eines operativen Trainings. Foto von Plani.

Daher sind Revolution und Streitkräfte grundsätzlich unvereinbar miteinander. Diese müssen deshalb völlig abgeschafft werden. In der Weltrepublik wird es nur eine Polizei geben, und auch die nur solange, bis es Wissenschaft und Technik gelingt, das Verbrechen aus der Welt zu schaffen.

  1. Doktrinäre Unvereinbarkeit von Revolution und Uniform

Schon allein die Präsenz der Uniform bedeutet mittelbar das Bestehen einiger Wahrheiten, die zwar ohne Zweifel allgemeiner, aber nichtsdestoweniger gegenrevolutionärer Natur sind:

Unter den 108 Polnische Märtyrer des deutschen Besatzungsregimes – Gesegneten Antoni Zawistowski, Priester (1882–1942 KZ Dachau, Pfarrerblock).

– Es gibt Werte, die über dem Leben stehen, und für die man sterben muß. Dies widerspricht der sozialistischen Mentalität, die eine tiefe Abneigung gegen alles hegt, was Gefahr und Schmerz mit sich bringt, denn für sie ist Sicherheit das höchste Gut und sie hängt mit allen Kräften am Leben.

– Es gibt eine Moral, denn das ganze Militärwesen beruht auf Begriffen wie Ehre, Gewalt im Dienste des Guten und gegen alles Böse usw.

  1. Das „Temperament” der Revolution ist dem militärischen Leben abgeneigt

Zwischen Revolution und Militärgeist besteht schließlich eine aus dem Temperament geborene Abneigung. Solange die Revolution nicht alle Zügel in der Hand hält, gibt sie sich redselig, ränkevoll, deklamatorisch. Es liegt dem gegenwärtigen Temperament der Revolution einfach nicht, more militari die Dinge direkt, drastisch und trocken einer Lösung zuzuführen. Wir haben „gegenwärtig” gesagt, weil es uns darauf ankommt hervorzuheben, daß es sich um das derzeitige Stadium der Revolution in unserer Mitte handelt, denn wir wissen sehr wohl, daß es nichts Despotischeres und Grausameres als die allmächtige Revolution gibt: Rußland ist dafür ein gutes Beispiel. Doch selbst in dieser Situation bleibt noch ein deutlicher Unterschied bestehen, denn militärische Haltung hat nichts mit Henkersgeist gemein.

Fotos die Opfer im Konzentration und Vernichtungslager, Auschwitz-Birkenau im deutsch-besetzten Polen.

*      *      *

Nachdem wir so die revolutionäre Utopie unter ihren verschiedenen Aspekten analysiert haben, betrachten wir die Untersuchung über die Revolution als abgeschlossen.

 

Revolution und Gegenrevolution Von Plinio Corrêa de Oliveira. I – III, XII KAPITEL, pp. 69-70.

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Im 14. Jahrhundert zeichnet sich im christlichen Europa eine Mentalitätsänderung ab, die dann im Verlauf des 15. Jahrhunderts immer deutlichere Züge annimmt. Das Streben nach irdischen Freuden wächst sich zu einer wahren Gier aus. Die Vergnügungen werden immer häufiger und prunkvoller, und die Menschen schenken ihnen immer mehr Aufmerksamkeit. Der wachsende Hang zu einem lustund phantasievollen Sinnesleben zeitigt in Kleidung, Sitten, Sprache, Literatur und Kunst immer deutlichere Anzeichen der Sinnlichkeit und Verweichlichung. Ernst und Strenge früherer Zeiten verschwinden zusehends, alles gewinnt einen strahlenden, anmutigen, festlichen Charakter.

Die Herzen wenden sich nach und nach von der Opferfreudigkeit, von der wahren Kreuzesverehrung und dem Streben nach Heiligkeit und nach dem ewigen Leben ab. Das Rittertum, einst Höhepunkt christlicher Zucht, neigt zu Amouren und Gefühlsduselei; die Liebesdichtung erobert die Länder, übertriebener Luxus und eine damit einhergehende Gewinnsucht sind in allen Gesellschaftsschichten zu finden.

Das Vordringen dieses Sittenwandels auch auf die geistigen Bereiche brachte hier deutliche Anzeichen des Hochmutes hervor, wie zum Beispiel den Geschmack an leeren, prunkvollen Streitgesprächen, an inkonsistenten Spitzfindigkeiten und Auftritten prahlerischer Gelehrsamkeit; alte philosophische Tendenzen, die die Scholastik bereits überwunden hatte, schmeichelten sich wieder ein und tauchten, da der frühere Eifer für die Unversehrtheit des Glaubens nachließ, unter neuem Blickwinkel wieder auf.

Innenansichten von Der Kölner Dom. Foto von Pedro Szekely.

Der Absolutismus der Legisten, die sich stolz auf ihre Kenntnisse des römischen Rechts beriefen, stieß bei ehrgeizigen Fürsten auf geneigte Ohren. Im gleichen Zuge ging bei hoch und niedrig auch die frühere Entschlossenheit zurück, die königliche Macht in jene legitimen Grenzen aus der Zeit Ludwigs des Heiligen und des Hl. Ferdinand von Kastilien zurückzuweisen.

 

Revolution und Gegenrevolution Von Plinio Corrêa de Oliveira.  Erster Teil, III KAPITEL, 5 – A.

 

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Ehe und Familie im Sperrfeuer revolutionärer Angriffe

4 May 2017

Mit Beiträgen von Plinio Corrêa de Oliveira Der Angriff auf die christliche Familie, der aus Politik und Medien geführt wird, kann niemanden unberührt lassen, der sich Sorgen um die christliche Zukunft Deutschlands macht. Die materiellen Lebensbedingungen der deutschen Familien verschlechtern sich zunehmend. Doch zudem findet ein Kulturkampf gegen Ehe und Familie statt, der sogar ihre […]

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Beerdigung Ihrer Majestät Zita

20 April 2017

“Gott erhalte, Gott beschütze, unsern Kaiser, unser Land!” Am 1. April 1989 erklang in Wien die alte Hymne. An diesem Tag wurde Zita, die Frau des letzten österreichischen Kaisers, zu Grabe getragen.  

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Ansprache Benedikts XV. an das Patriziat und an den römischen Adel vom 5. Januar 1920

6 April 2017

Bei den jüngsten Festlichkeiten zur Geburt Jesu Christi erklang Unserem Glauben wieder einmal der himmlische Gesang der Engel zum Lobe Gottes und des Friedens. Seit diesem seligen Tag werden gleich einem harmonischen Konzert in Unserer Nähe immer wieder die Stimmen des Glückwun­sches und anhänglicher Liebe laut, mit denen sich Unsere geliebten Söhne in der Ferne […]

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Reaktion und geschichtliche Unbeweglichkeit

23 March 2017

1. Was restauriert werden muß Wenn die Revolution Unordnung ist, so ist die Gegenrevolution die Restauration der Ordnung. Unter Ordnung aber verstehen wir den Frieden Christi im Reiche Christi; das heißt, eine strenge, hierarchische, wesenhaft sakrale, antiegalitäre und antiliberale christliche Kultur. 2. Was innoviert werden muß Es besteht ein historisches Gesetz in der Geschichte, demzufolge […]

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Die Eliten müssen den Ton setzen, ihre Manieren nicht vulgarisieren

9 March 2017

Ebenso schädlich wäre es für Adel und Bürgertum, sich in Verhalten und Kleidung gemein zu machen, um auf diese Weise die Revolution zu entwaffnen. Eine gesellschaftliche Autorität, die sich entwürdigt, ist schalgewordenem Salz zu vergleichen. Man kann es nur wegwerfen, und die Vorübergehenden werden es zertreten 19. In den meisten Fällen wird die Masse gerade […]

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Buchpräsentation in Wien

23 February 2017

Buchpräsentation in Wien

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Revolution und Legitimität

9 February 2017

A. Die Legitimität schlechthin Gewöhnlich geht es um den Begriff der Legitimität, wenn man auf Dynastien und Regierungen zu sprechen kommt. Nach der Lehre Leos XIII. in seiner Enzyklika Au Milieu des Sollicitudes vom 16. Februar 189217 darf man tatsächlich mit der Frage nach der Legitimität von Dynastien und Regierungen nicht einfach Tabula rasa machen, […]

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Die Wiedergeburt Mohameds

26 January 2017

Plinio Corrêa de Oliveira 1947 warnte Prof. Plinio Corrêa de Oliveira: „es wird eine ,arabische‘ Gefahr entstehen im gleichen oder gar größerem Ausmaß als der zur Zeit des hl. Pius V. und der Seeschlacht von Lepanto (1571). Die Attentate auf das World Trade Center und das Pentagon, so wie die Attentate von Paris bestätigen mit […]

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Ansprache vom 9. Januar 1958

12 January 2017

Mit lebhafter Freude empfangen Wir Euch, ge­liebte Söhne und Töchter, in Unserem Hause, die Ihr – noch durchdrungen von den geheiligten Ausstrahlungen des Weihnachtsfestes – gekom­men seid, um Eure Ergebenheit diesem Heiligen Stuhl gegenüber zu bekräftigen. Mit väterlichen Gefühlen und dem heißen Wunsch, sich von der Liebe der Kinder umgeben zu lassen, sind Wir gerne […]

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Königskrönung von Kaiser Karl I – 1916 – 2016 – 100 Jahre

29 December 2016

         

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